Der Frutarier: 4 Wochen lang nur Früchte und Nüsse essen

28 Tage lang habe ich mich als Frutarier von Obst, Gemüse und Nüssen ernährt. Mehr als 7 kg habe ich dabei verloren, gleichzeitig aber verdammt viel über meinen Körper und Ernährung gelernt. Befinden, Blutwerte, Speisepläne und Erkenntnisse – hier bekommst du einen praktischen Erfahrungsbericht aus dem Selbstversuch.

Im Jahr 2018 begibt sich Sebastian auf eine Reise. 12 Rollen in 12 Monaten. Unter anderem lebt er anonym, frutarisch, nackt, pilgernd und autark. Die Experimente stehen für das Neue, für den Schritt heraus aus der Komfortzone. Seine verrückten Erlebnisse und Erkentnisse hat er in einem unterhaltsamen Buch aufgeschrieben.

Zum Buch "12 Neue Leben"

Hintergrund zum Selbstversuch: Der Frutarier

Meine Leser hatten abgestimmt. Im März 2018 sollte ich mich als Frutarier ausschließlich von Früchten und Nüssen ernähren. Frutarier (auch Fruganer genannt) befolgen eine streng vegane Ernährung, die auf Früchten basiert. Angestrebt wird dabei, nur pflanzliche Produkte zu essen, die eine Beschädigung der Pflanze vermeidet. Eine extreme Auslegung ist es, nur Obst zu sich zu nehmen, das bereits vom Baum gefallen ist. 

Kritisiert wird an dieser Ernährungsweise die unzureichende Zufuhr von Proteinen, Vitaminen wie B12, Calcium, Zink, Eisen und Iod. Ist dem wirklich so? Wie ändern sich Blutwerte und Gemütszustand nach einem Monat fruganer Ernährung? Und wie sozial verträglich ist diese extreme Ernährungsform? Ich wollte es einen Monat lang testen und genauestens Buch führen.

Ziele und Regeln für den Selbstversuch:

  • nur Lebensmittel essen, die von der Pflanze gepflückt werden können, ohne diese zu beschädigen
  • Gesundheitscheck mit Blutwerten zu Beginn und am Ende des Experiments
  • Tagebuch über Gewicht und Gemütszustand führen
  • genaue Buchführung über alles, was verzehrt wird
  • das Gespräch mit langjährigen Frutariern und deren Kritikern suchen

 

“Leben und leben lassen” lautet das Motto der Frutarier, weshalb sie nur das essen, was die Natur freiwillig hergibt. Das bedeutet, dass keine Tiere getötet und Pflanzen zerstört werden sollten. Zu den bekanntesten Frutariern gehörten angeblich Mahatma Gandhi, Henry David Thoreau, Leonardo da Vinci und zeitweise auch Steve Jobs.

Extreme Ernährungsweisen basieren auf Ideologien oder gesundheitlichen Aspekten. Im besten Fall bilden sie einen Mix daraus. Ich habe mich im Vorfeld zu meinem Experiment mit Menschen unterhalten, die sich aus ganz unterschiedlichen Motivationen frugan ernähren.

Der ideologische Beweggrund für die Ernährung mit Obst, Nüssen und Samen ist die Annahme, dass nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen beseelt sind. Ein unnatürlicher Tod, also das Ernten von Obst und Gemüse vor ihrem eigentlichen Verfall, sei genauso unverantwortlich wie das Töten von Tieren.

Zum Speiseplan von Frutariern gehören demnach:

  • Süßes Obst wie Beeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Orangen, Melonen, Trauben, Papayas, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Feigen, Datteln, Durians, Mangos und Kokosnüsse
  • Gemüsefrüchte wie Gurken, Tomaten, Kürbisse, Paprika, Zucchini oder Avocado
  • Gemüse wie Salat, Sprossen oder Sellerie
  • Getränke wie Kokosnusswasser, Frucht- und Gemüsesäfte, Wasser
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Sojabohnen

 
Umstritten ist, ob Getreideprodukte wie Brot, Nudeln, Reis, Hirse oder Mais verzehrt werden sollte, da es sich dabei um Monokulturen handelt. Bei Nüssen und Samen wie Sonnenblumenkernen, Mandeln und Walnüssen scheint es ebenso unterschiedliche Meinungen zwischen Frutariern zu geben, wie bei Olivenöl, Honig, Müsliriegeln und Schokolade.

Klar ausgeschlossen wird alles, was ein Veganer nicht anrühren würde. Zudem Knollenpflanzen wie Kartoffeln, Rote Bete, Rüben, Karotten oder Zwiebeln, Blätter oder Wurzeln von Nahrungspflanzen sowie Obst und Gemüse, welches extra für den Verzehr gezüchtet und geerntet wird.

Auch in anderen Lebensbereichen achten Frutarier auf die Verträglichkeit mit der Natur. So sollten Möbel nur von umgestürzten oder abgestorbenen Bäumen stammen oder Kleidungsstücke nicht aus Leder, Seide oder Baumwolle hergestellt werden.

Ganz so streng wollte ich es nicht nehmen. Meine einfache Regel lautete: Ich esse nur Früchte, die von der Pflanze gepflückt werden können, ohne diese zu beschädigen. Zum Einkaufen wollte ich auf Wochenmärkte gehen und im Supermarkt genau auf die Herkunft achtgeben.

Zum Eingang des Experiments hatte ich einen Gesundheitscheck mit Blutbild, Vitaminen (B12, D), Cholesterin (ChE), Leberwerten (GOT, GGT) und Entzündungsmarkern gemacht. Außerdem führte ich ein genaues Tagebuch über Gewicht, Gemütszustand und darüber, was ich alles verzehrt habe.

In Gesprächen mit langjährigen Frutariern und deren Kritikern durfte ich lernen, was Menschen zu dieser Ernährung bewegt und wie sich diese auf die Gesundheit und das allgemeine Glück auswirkt.

Auf der Pro-Seite stehen für Frutarier ein gehobenes Wohlbefinden, besserer Schlaf und weniger Magenprobleme. Die hohe Aufnahme von Ballaststoffen sorge für eine Senkung des Cholesterinspiegels und anderer Blutfette. Zudem wirke die frutarische Ernährung verdauungsfördernd.

Risiken können sich in Folge der Mangelernährung (wichtige Mineralien, Proteine, Vitamin B12/D, Eisen und Kalzium) in Depressionen, Müdigkeit, unruhigem Schlaf und Gewichtsverlust zeigen. Die hohe Fruktoseaufnahme durch das Obst mag sich negativ auf Stoffwechsel und Hormonhaushalt auswirken und sogar das Krebsrisiko erhöhen. Auch haben wohl einige Frutarier Probleme mit ihren Zähnen, die durch den hohen Fruchtzuckeranteil in den Früchten verursacht werden.

Empfohlen wurde mir, am Morgen etwas Leichtes, Wasserhaltiges ohne viel Fruchtzucker zu essen, z.B. Papaya oder Wassermelone. Zum Mittag dann Sättigendes wie Kokos oder Avocado und am Abend wieder etwas Leichtes wie Gurke, Eisbergsalat, Tomate und Avocado. Zwischendurch seien Nüsse und Samen alle 2-3 Stunden eine gute Option, um den Hunger zu stillen.

Gegessen werden die Früchte am besten roh, ohne verarbeitet oder gemixt zu werden. Auch hier gibt es unterschiedliche Ansätze bei Frutariern, die von komplett roh über Trennkost bis hin zu gekocht reichen.

All das ist pure Theorie, die nun darauf wartet, durch eigene Praxiserfahrungen in Relation gesetzt zu werden. Hier also der praktische Erfahrungsbericht zum Selbstversuch als Frutarier.

 

 

Der Selbstversuch „Frutarier”

Wie bei allen 12 Experimenten in 2018 ging es mir auch beim Frutarier nicht rein um die Ernährung. Wenn du so willst, dient das Obst als Metapher für das eigentliche Ziel: radikale Änderungen anstoßen, die meine Denkweisen auf den Kopf stellen. Das hatte im Februar definitiv funktioniert.

Mein Ziel für dieses Experiment, nur Lebensmittel zu essen, die von der Pflanze gepflückt werden können, ohne diese zu beschädigen, habe ich bis auf kleine Ausrutscher in der letzten Woche erreicht. Gelernt habe ich dabei nicht nur etwas über Ernährung, sondern vor allem darüber, wie Gewohnheiten funktionieren. Aber eins nach dem anderen.

 

Woche 1: Im Fruchtparadies

Der Monat startete mit einem 4-tägigen Seminar in Singapur und einem Flug nach Penang. Keine guten Voraussetzungen, um sanft in die neue Ernährung zu starten. Dennoch war meine Freude über die vielen Früchte in Südostasien in der ersten Woche groß.

Ein paar Tage brauchte ich, um mein Hungergefühl in den Griff zu bekommen. Die meisten Früchte sind kalorienarm, weshalb ich die Portionen für Wassermelone, Pomelo, Guave und Orangen verdreifachen musste. Unterwegs hatte ich immer Bananen, Mandarinen und Nüsse dabei.

Gewarnt wurde ich von anderen Frutariern vor dem „Entzug”, der durch die Entsäuerung des Körpers auftritt. Bis auf Durchfall, kleinere Magenverstimmungen und eine leicht verschnupfte Nase machte mir das wenig zu schaffen. Ein guter Indikator dafür war mein Urin, der wohl aufgrund der Entsäuerung und viel Wasser mit jedem Tag klarer wurde.

Das Detox fühlte sich gut an. Tagsüber waren Energielevel und Wohlbefinden hoch. Nachts schlief ich besser (und weniger) und bekam zunehmend das Gefühl, dass mir meine Verdauung für die Umstellung sehr dankbar war.

Allerdings hatte ich in dieser einen Woche auch schon über 2 Kilogramm abgenommen. Mein Kalorienverbrauch (2.500 – 3.000 pro Tag) lag deutlich über den aufgenommenen Kalorien (1.500 – 2.000 pro Tag) und die Ernährung war alles andere als ausgewogen.

Erschrocken war ich, dass selbst in Malaysia die meisten Früchte importiert wurden (von Singapur hatte ich das schon eher erwartet). Die vielen lokalen Obstsorten gab es nur an Straßenständen außerhalb der Städte, nicht aber im Supermarkt oder den Obstmärkten in Georgetown. Hätte ich hier nur lokales, „von den Bäumen gefallenes” Obst gegessen, wäre meine Auswahl sehr eingeschränkt gewesen.

Typischer frutarischer Speiseplan in Woche 1:

  • Morgens: 500 g Wassermelone, 3 Bananen, 4 Passionsfrüchte
  • Mittags: 1 Pomelo, 3 Guaven, 1 Avocado mit Zitrone
  • Abends: 1 Papaya, 1 Granatapfel, 3 Orangen
  • Snacks: frischer Orangensaft, Cashewkerne
  • Kosten: 76,39 Euro (53,68 Euro für Lebensmittel; 22,53 Euro für Restaurantbesuche)

 

 

 

Woche 2: Langeweile auf dem Teller

Die zweite Februarwoche verbrachte ich zur einen Hälfte in Georgetown auf Penang und zur anderen Hälfte auf Phuket bei einem Treffen mit meinen Geschäftspartnern vom Citizen Circle.

Auch wenn die Auswahl an Obst relativ groß war, wiederholten sich die Mahlzeiten schnell. Es machte wenig Spaß, mir 10 Bananen, eine ganze Wassermelone oder 5 Mangos reinzustopfen, um den Kalorienbedarf zu decken.

So langsam hatte ich die Schnauze voll von Früchten, besonders wenn ich mit Freunden essen ging und mich die Kellnerin beim Bestellen des Fruit Salads fragte, was ich denn als Hauptgericht haben wollte. Was ich vermisste, waren Vielfalt und warmes Essen im Magen.

Bei Restaurantbesuchen hatte ich immer meinen Beutel mit Obst und Nüssen dabei, so dass ich zwar allen Versuchungen gut widerstehen konnte, jedoch den sozialen Aspekt des gemeinsamen Schlemmens vermisste.

In Penang begann ich auch wieder mit dem Sport. Morgens funktionales Training für 15 Minuten und eine Stunde joggen am Abend. Danach war ich ziemlich schlapp und merkte, dass mein Körper sich gerade arg an den Energiereserven bedient. Am Ende von Woche 2 hatte ich fast 5 Kilogramm verloren.

Typischer frutarischer Speiseplan in Woche 2:

  • Morgens: 1 Papaya, 1 Ananas, 3 Orangen, 4 Kiwis
  • Mittags: 2 Kokosnüsse (Wasser und Fleisch), 3 Bananen, 2 Mango
  • Abends: 1 Avocado mit Zitrone, 5 Tomaten
  • Snacks: frischer Orangensaft, Langsat (Lychees), Nussmix (Mandeln, Walnuss, Cashewkerne, Macadamia)
  • Kosten: 52,48 Euro (40,90 Euro für Lebensmittel; 11,58 Euro für Restaurantbesuche)

 

 

 

Woche 3: Kohl und Rüben

Zurück in Deutschland gab es im Winter bis auf eingelagerte Äpfel kein Obst, das nicht bereits tausende Kilometer zurückgelegt hat. Also dehnte ich meine Diät auf Weißkohl, Rüben, Karotten, Chicorée, Tomaten und Salat aus. Nicht alles aß ich roh, sondern Kohl geschmort und Karotten als Suppe verkocht. Selbst ohne Gewürze und Öl ziemlich lecker nach zwei Wochen Obst.​

Das entsprach natürlich nicht den Idealen eines Frutariers, denn Kohl und Rüben fallen bekanntlich nicht vom Baum. Aber wenn ich es zu ernst genommen hätte, dann wäre ich wohl dem Hungertod nah gekommen. Vielleicht ein Beleg dafür, dass wir Menschen so weit entfernt vom Äquator nichts zu suchen haben.

Ich begann mich zu fragen, was die Menschen in Mitteleuropa gegessen haben, bevor es Viehzucht, Ackerbau und Feuer gab. Die Antwort lautet wahrscheinlich: nichts. Vor diesen Errungenschaften konnten unsere Vorfahren nicht überleben, weil die Nahrung fehlte. Wohl erst vor ein paar zehntausend Jahren sind Menschen aus den Tropen in nördliche Gebiete umgesiedelt.

Regionale Früchte zu essen, muss also ganz und gar nicht natürlich sein. So ein Blumenkohl oder ein Weißkohl schmecken schließlich roh den wenigsten von uns. Wir haben unseren Körper trainiert, diese Dinge zu essen. Ein „das haben die Menschen hier doch schon immer gegessen” ist schlichtweg falsch.

Nach genau drei Wochen, am 21.02.2018 um 18 Uhr Ortszeit, wurde ich dann zum ersten Mal schwach, indem ich mich an ein paar Stückchen Schokolade vergriffen hatte. Schieben wir es auf die Kälte in Deutschland, die mich dazu verleitete.

Ansonsten war meine Ernährung dank des Gemüses deutlich ausgewogener (mehr Proteine, weniger Fette). Das Essen machte wieder mehr Spaß, da ab und an etwas Warmes in den Magen kam, und es war einfacher wurde, meinen Kalorienbedarf zu decken. Sogar das Gewicht blieb in Woche 3 recht stabil.

Was mir zunehmend fehlte, waren der Genuss beim Essen und der soziale Aspekt bei gemeinsamen Mahlzeiten mit Freunden. Hier widersprechen sich Ideale, Gesundheit und Bedürfnisse.

Typischer frutarischer Speiseplan in Woche 3:

  • Morgens: 2 Orangen, 2 Äpfel
  • Mittags: 400 g Weißkohl (geschmort)
  • Abends: 10 Karotten (püriert als Suppe), 1 Salatgurke
  • Snacks: heiße Zitrone, Orangensaft, Cashewkerne
  • Kosten: 83,43 Euro (61,43 Euro für Lebensmittel; 22 Euro für Restaurantbesuche)

 

 

 

Woche 4: Saftkur ohne Freuden

Motiviert von den ersten drei Wochen wollte ich dem fruganen Monat einen würdigen Abschluss verleihen. Was wäre da geeigneter als eine 7-tägige Saftkur? Meine Annahme war, dass die Hürde nicht mehr so groß sei … weit gefehlt.

Meinen bisherigen Früchteverzehr nahm ich gemixt zu mir, was angenehmer war, denn 5 Bananen am Stück sind deutlich leichter zu trinken, als sie zu essen. Es machte durchaus Spaß, verschiedenste Rezepte und Eigenkreationen auszuprobieren.

Erstaunlich war für mich, dass ich so gut wie kein Wasser zu mir nahm. Zu jedem Saft gab ich lediglich ein klein wenig Wasser bei, ansonsten reichte das Fruchtwasser für meine Hydrierung anscheinend aus.

Was ich total unterschätzte, war, wie sehr mich in den ersten drei Wochen Nüsse mit Energie versorgt haben. Selbst mit 5 Säften am Tag hatte ich echte Probleme, das Hungergefühl in den Griff zu bekommen, so dass ich zumindest jeden zweiten Tag ein „Cheat Meal” (Kürbissuppe, Süßkartoffel-Pommes und Kartoffelsuppe) einlegte.

In den letzten Tagen fühlte ich mich körperlich schwach. Das lag sicher nicht nur an der Saftkur, sondern auch den Wochen davor, in denen ich weder meinen Kalorienbedarf ausreichend decken konnte, noch ausgewogen gegessen hatte.

Am Ende von Woche 4 hatte ich mit 74 Kilogramm über 7 Kilogramm weniger auf den Rippen als zum Monatsbeginn. Das lag wohl mehr an meiner Unwissenheit bezüglich fruganer Ernährung, als an den Früchten selbst.

So oder so konnte ich das „Fastenbrechen” am Abend von Tag 28 kaum erwarten! Es gab Bratkartoffeln, Krautsuppe und Nachos. Dazu ein Radler. Es war lecker aber weit entfernt von dem, was sich meine Fantasie zuvor zurechtgelegt hatte.

Typischer frutarischer Speiseplan in Woche 4:

  • Morgens: Saft aus 2 Orangen, 2 Äpfeln, 1 Zitrone und 1 Banane
  • Mittags: Saft aus 1 Avocado, 2 Bananen und 20 g Ingwer
  • Abends: Saft aus 200g roter Beete, 1 Gurke, 1 Apfel, 2 Karotten und 20 g Ingwer
  • Snacks: Orangensaft, Cashewkerne
  • Kosten: 44,92 Euro (31,42 Euro für Lebensmittel; 13,50 Euro für Restaurantbesuche)

 

 

 

Mein frutarischer Speiseplan

Ich versuchte, am Morgen saftiges Obst wie Wassermelone oder Papaya zu essen. Zum Mittag dann süße und sättigende Sachen wie Mango, Banane oder Avocado. Zum Abend hin dann eher wieder saftiges Obst oder leichte Salate.

Es war erstaunlich, wie einfach ich mich daran gewöhnte, auf Koffein, Alkohol, die gelegentliche Zigarette und Süßigkeiten zu verzichten. Der Schalter im Kopf legte sich schnell um, von der Verlustangst hin zu einem Gewinn für den Körper. Das hat mir mal wieder bewiesen, wie sehr sich meine Grundbedürfnisse (was ich wirklich brauche) von Gewohnheiten (was ich glaube zu brauchen) unterscheiden.

Was ich echt vermisst habe, waren warme Mahlzeiten und hin und wieder mal etwas Bauchfüllendes wie Pasta oder Brot. Richtig genießen konnte ich meine Fruchtdiät nur in den ersten Tagen. Dann wurde es schnell langweilig und unbefriedigend, was sicher auch an meiner fehlenden Kenntnis zu ausgewogener Rohkosternährung und Rezepten bzw. der Verfügbarkeit an regionalen Zutaten lag.

Auch wenn ich selten mal so ein richtiges Magenknurren verspürte, ist aus dieser Monotonie und der fehlenden Lust auf das Essen heraus ein großes Defizit zwischen Kalorienbedarf und Kalorienaufnahme entstanden. Durch Grundumsatz und Bewegung verbrannte ich täglich 2.853 Kalorien, konsumieret aber nur 1.679 Kalorien. Der Gewichtsverlust von 7,5 Kilogramm war also nicht verwunderlich.

Spezielle Defizite bei Nährstoffen hatte ich für Vitamin B12 und D, Kalzium und Sodium. Absolut überfüllen konnte ich hingegen meine Nährwertziele für Eisen und andere Vitamine.

Wie sich die Anteile von Kalorien zwischen Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen für den Körper am besten verteilen, darüber wird gestritten. Am meisten Sinn machen für mich die Ausführungen von Douglas Graham in seiner 80/10/10 Diät (80% Kohlenhydrate, 10% Fett und 10 % Proteine). So sah unsere Ernährung wahrscheinlich vor McDonalds und Geschmacksverstärkern aus.

Mit 31,3% war mein Fettanteil an der gesamten Kalorienaufnahme deutlich zu hoch. Proteine lagen mit 7,1% noch in einem gesunden Bereich, wobei diese zum Großteil aus fettigen Nüssen stammten.

Kohlenhydrate bezog ich vor allem aus Bananen (16%), Mangos (8%), Orangen (7%) und Äpfeln (7%). Fette aus Cashewkernen (20%), Avocados (8%), Mandeln (6%), Walnüssen (5%) und Kokosnüssen (3%). Ein nennenswerter Proteinanteil kam über Cashewnüsse (5%).

Einen Monat lang zeichnete ich alles, was ich gegessen habe, mit zwei verschiedenen Apps auf: Cronometer und Myfitnesspal, wobei ich die erstgenannte App als deutlich benutzerfreundlicher und aussagekräftiger empfand. Wenn es dich interessiert, kannst du in diesem Cronometer Report ganz genau nachlesen, was ich 28 Tage lang gegessen habe und wie sich das in Nährwerten widerspiegelt.

Basierend auf diesem Foodlog hier noch ein paar nützliche und unnütze Daten:

  • 2.853 kcal habe ich täglich verbrannt (301 kcal durch Sport, 819 kcal durch Bewegung, 1733 kcal durch Grundumsatz)
  • 1.679 kcal täglich konsumiert (7,3% Proteine / 30,9% Fett / 61,8% Kohlenhydrate)
  • 1.174 kcal Defizit für 28 Tage resultierten in 7,5 kg Gewichtsverlust
  • 20% meines Energiebedarfes habe ich allein durch Cashew Kerne (10%), Bananen (7%) und Avocados (3%) gedeckt
  • 71 Orangen, 54 Bananen und 27 Äpfel habe ich im Februar verputzt
  • 3 Liter Wasser täglich getrunken (+22 Gläser Orangensaft und 8 Kokosnüsse)
  • 1.550 g Cashew Kerne und 820 g andere Nüsse (Walnüsse, Macadamia, Erdnüsse) haben mir Kraft gegeben
  • 288.904 Schritte (10.318 pro Tag) bin ich im Februar gelaufen (davon 60,1 km gejoggt)
  • 3 mal habe ich kleine Cheat Meals gegessen, alle während der letzten Woche Saftfasten

 

 

 

 

 

Meine Blutwerte als Frutarier

In den ersten Tagen genoss ich es noch, viele exotische Früchte zu essen und dabei meinen Körper entsäuern zu sehen. Zum Monatsende hin war die anfängliche Euphorie verflogen und ich habe mich körperlich nicht immer gut gefühlt.

Zunächst kann ich sagen, dass meine Laune den ganzen Monat über keinen großen Schwankungen unterlegen war. Ich spürte nicht, dass mich die Unterernährung gestresster oder müder hat werden lassen. Dafür schlief ich deutlich besser und hatte weniger Verdauungsprobleme.

Auf der Waage zeigten sich am Monatsende 7,5 Kilogramm Gewichtsverlust. Das zeigte sich auch im Spiegel, wo mich ein Gesicht mit weniger Vitalität anschaute. Mein Hautbild an sich hatte sich zwar nicht verändert, aber durch den Gewichtsverlust sah ich nicht unbedingt frischer aus.

Hier aber die harten Fakten aus zwei Laboranalysen, die ich am 30.01. in Bangkok und am 27.02.2018 in Berlin habe machen lassen.

 

 

Wissenschaft & gesunder Menschenverstand

Ich möchte mich gar nicht zu Empfehlungen hinreißen lassen, da mir dazu das Hintergrundwissen fehlt. Aber ich möchte ein paar Gedanken mit dir teilen, die ich mir während dem Selbstversuch als Frutarier gemacht habe. Egal, wie du dich gerade ernährst, urteile beim Lesen der nächsten Paragraphen nicht basierend auf deinen Gewohnheiten und den Propaganda der Lebensmittelbranche, sondern deinem gesunden Menschenverstand.

Unsere gesamte Anatomie, Biochemie und Psychologie spricht dafür, dass wir keine Fleischfresser sind. Wir müssen Fleisch kochen, braten oder frittieren. Dinge wie Sehnen und Kochen entfernen wir. Wir ekeln uns vor warmen Blut und Organen. Schmackhaft wird das Fleisch nur mit viel Öl und Gewürzen. Genauso ist das mit Milchprodukten und Eiern.

Reifes Obst und Gemüsefrüchte schmecken uns hingegen ohne Zubereitung. Es ist fertig, sobald es in der Natur gereift ist. Früchte riechen und schmecken einfach gut, ohne dass dafür Geschmacksverstärker und Zerkochen nötig ist. Wird dein Mund bei dem Gedanken an Weizen, rohe Eier und Milch aus dem Euter auch wässrig?

“If we observe nature, we will find that all creatures are born with or develop everything they need to secure their natural food. No human has yet been born with a stove on his back or the keys to a tractor in her hand.” – Dr. Douglas Graham

Das Feuer haben wir Menschen vor einigen hunderttausend Jahren entdeckt, den Ackerbau und Nutztiere (und damit auch Kuhmilch) gibt es erst einige tausend Jahre. Was haben wir vorher gegessen? Wahrscheinlich Früchte, Gräser, Wurzeln und Würmer. Vielleicht ab und an mal ein Mammut.

Fakt ist, dass der Körper sich über lange Zeiträume auf neue Nahrungsmittel wie Mehl oder gekochtes Fleisch einstellen konnte. Zeiträume von tausenden von Jahren. Alleine in den letzten einhundert Jahren gab es dann plötzlich so viele neue Nahrungsmittel, dass wir uns nicht wundern dürfen, mindestens genauso viele hausgemachte Krankheiten zu erleben.

Krebs, HIV und Allergien treten erst jetzt vermehrt auf. Diabetes und Fettleibigkeit gibt es erst, seitdem unsere Diät so viele Fette und Proteine enthält. Beides sind Anzeichen für eine generell schlechte Gesundheit, die zu Todesursachen wie Blut- und Gefäßkrankheiten, Krebs oder Schlaganfällen führen.

Unser Körper hat sich über Millionen von Jahren auf eine Diät eingestellt. Bildlich gesprochen, schmeißen wir in den letzten Sekunden des Evolutionsjahres nun allerhand neue Dinge (inklusive Medikamente) den Rachen runter und erwarten, dass unsere Verdauung das schon irgendwie regelt.

Mein wenig wissenschaftliches, aber auf gesundem Menschenverstand basierendes Fazit zu diesem Zeitpunkt lautet:

  • alles was uns roh und reif schmeckt, ist gut für uns (ausgenommen sind Toxine)
  • alles was uns roh nicht schmeckt, sollten wir hinterfragen
  • Früchte können nicht nur ein Dessert oder ein Snack zwischendurch, sondern durchaus eine vollwertige Mahlzeit sein
  • Molkereiprodukte, Fleisch und Eier sollten wir nur in kleinen Mengen verzehren, da es unnatürlich für uns ist
  • es ist absurd, Symptome mit mehr und mehr Medikamenten zu bekämpfen, anstelle die Ursachen (Ernährung, fehlende Bewegung, Drogen) zu verändern

 

Wie gesagt reicht mein Urteilsvermögen zu diesem Thema nicht besonders weit. Es soll lediglich Anstoß für Diskussionen zu geben. Zum Weiterlesen und Schauen kann ich dir die folgenden Quellen empfehlen:

 

 

Frutarische Erkenntnisse

Ich weiß viel zu wenig über Ernährung und frage mich, warum ich mich erst in den letzten Jahren damit beschäftigt habe. Sollte das nicht Gegenstand des Bildungssystems sein? Ernährung gehört für mich (genauso wie Finanzen) in den Lehrplan von jedem Schüler.

Ich habe verlernt, auf meinen Körper zu hören. Sagt mir dieser gerade, dass ich diese Scheibe Brot oder das Curry mit Hühnchen wirklich brauche oder ist es nur ein Verlangen bzw. eine Gewohnheit? Es wurde mit jedem Tag besser und ich bin guter Dinge, dass mein Körper und ich unsere Beziehung weiterhin verbessern.

Lokale Lebensmittel sind rar: Ich war überrascht, wie schwer es im Supermarkt (sowohl in Asien als auch Deutschland) war, lokale Früchte im Supermarkt zu finden. Avocados aus Mexiko, Melonen aus Vietnam und Trauben aus Australien – viel Auswahl bleibt da nicht, wenn man wirklich lokal und saisonal essen möchte.

Wir essen nicht nur zur Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, sondern auch für den Genuss. Die Auswahl an lokal angebautem Obst ist vor allem in Deutschland nicht groß. Die Mahlzeiten wiederholen sich schnell und es macht wenig Spaß, 10 Bananen, eine ganze Wassermelone oder 5 Mangos zu essen, um den Kalorienbedarf zu decken.

Neben dem Genuss bietet Essen auch eine Plattform für sozialen Austausch. Es war zwar weniger schlimm als angenommen, mit Freunden zum Essen zu gehen (ich hatte immer meinen Fruchtbeutel dabei und Wasser oder einen frisch gepressten Saft bestellt), aber doch manchmal neidisch auf die Teller meiner Begleitung geschaut.

Kalorienaufnahme wird erschwert: Meinen Kalorienbedarf von über 2.000 kcal kann ich allein mit Obst kaum decken, außer wenn ich mich fettigen Früchten wie Avocado oder Kokosnuss aus Übersee bediene. Bleiben also noch Nüsse und Kerne, die jedoch auch einen sehr hohen Fettgehalt haben, was wiederum zu hohem Blutzucker führt.

Hoher Blutzucker und Fettleber durch die hohe Aufnahme von Fruchtzucker sind Argumente gegen die frugane Ernährung. Nach dem was ich gelesen und gehört habe, ist die Gefahr vor allem bei getrockneten und entsafteten Früchten hoch. Jedoch wird der Zucker von vollwertigem, rohem und reifem Obst wird schneller abgebaut und bleibt deshalb nicht lange im Blut.

Fehlende Proteine sind ein weiteres, immer wieder hervorgebrachtes Argument gegen die pflanzenbasierte Ernährung. Hülsenfrüchte, Soja, Nüsse und Samen kommen locker auf einen Proteingehalt von 10%.  Vegetarische Proteinquellen gibt es zur genüge. Das wir ohne Fleisch nicht gesund leben können, ist reine Rechtfertigung dafür, uns das Schnitzel nicht vom Teller nehmen zu lassen.

Fehlende Vitamine B12/D: Beide Vitamine habe ich über meine Diät im Februar nicht aufgenommen. Welche Auswirkungen die Mangelernährung langfristig hat, mag ich natürlich nicht zu beurteilen. Nach einem Monat waren bei mir keine Symptome von schlechter Stimmung, Müdigkeit, unruhigem Schlaf oder nachlassender körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit zu sehen.

Bis auf die ersten Tage hatte ich keine Probleme mit meiner Verdauung. Das macht sich vor allem vor dem Schlafengehen bemerkbar, da ich normalerweise ein reichhaltiges Abendessen habe. 6-7 Stunden Schlaf pro Nacht schienen mir im Februar zu reichen, um früh munter zu sein (sonst 8 Stunden). Vielleicht braucht mein Körper weniger Zeit zum Aufladen der Batterien, da weniger Energie für die Verdauung benötigt wird.

Ich brauche meinen Kaffee nicht, um morgens fit zu sein. Nach der ersten Stimulation durch Koffein war ich sonst noch müder als vorher, was ich für gewöhnlich mit einem zweiten Kaffee bekämpft habe. Dieser teuflische Kreislauf ist genauso wahr für alle anderen Genussmittel, Drogen und Medikamente. Der schnelle Genuss bzw. der Fix verursachen langfristig Schäden.

Meine Kosten sind gesunken, was vor allem an den wenigen Restaurantbesuchen lag. In den vorangegangenen Monaten habe ich wöchentlich um die 100 Euro für Essen und Getränke außerhalb ausgegeben. Im Februar waren es im Schnitt um die 15 Euro für einen gelegentlichen Fruchtsalat, die Kokosnuss oder eine heiße Zitrone. Die Kosten für Lebensmittel lagen mit 45 Euro pro Woche etwas höher als in den Vormonaten mit meiner normalen Diät, was aber eher an den häufigen Restaurantbesuchen als an der Art der Lebensmittel liegt.

 

 

Veränderte Gewohnheiten

Warum mache ich diese Experimente? Weil ich dadurch gezwungen bin, meine Gewohnheiten und Denkweisen neu zu bewerten. Viele Handlungsmuster haben sich ungebeten in mein Leben eingeschlichen und werden mir erst wieder bewusst, wenn ich den Blickwinkel darauf verändere. Erst mit diesem Bewusstsein kann ich Automatismen verändern.

Ein Beispiel: Im Laufe des Vormittags schnappe ich mir gerne meinen Laptop und gehe zum Schreiben in ein Café. Ganz automatisch bestelle ich dort einen Kaffee, der in mir gelegentlich die Lust nach einer Zigarette auslöst. Wenn ich der Lust nachgebe, setze ich mich raus und spiele beim Rauchen mit meinem Handy. Das alles sind Automatismen, die ich nur begrenzt bewusst steuere.

Im Februar war Kaffee keine Option, weshalb ich mich nach Jahren der Gewohnheit wieder neu auf der Speisekarte umschauen musste. Damit ist auch die Lust auf die Gelegenheitszigarette komplett verschwunden.

Gewohnheiten werden durch eine Schleife aus Auslöser, Routine und Belohnung geformt. Der Auslöser (bei mir Besuch im Café) versetzt unser Gehirn in den Autopilot, wir führen unsere Routine aus (Arbeiten, Kaffee trinken, Zigarette rauchen) und verstärken diese dann durch eine Belohnung (Rausgehen, durch den Facebook-Newsfeed scrollen).

Um Gewohnheiten zu verändern, muss das Verlangen nach der Routine ausgeschaltet oder verändert werden. Der beste Ansatz dafür ist die Veränderung des Auslösers und der Belohnung oder der Einsatz einer neuen Routine in die bestehende Schleife. Was dann noch für die langfristig erfolgreiche Veränderung einer Gewohnheit fehlt, ist der Glaube daran, und die feste Absicht, es zu schaffen.

Wie viele dieser Automatismen sind dir bewusst? Welche davon schaden dir? Wie kannst du den Auslöser oder die Belohnung verändern? Warum möchtest du diese Routinen aus deinem Leben schmeißen? Wie sieht dein Leben in 10 Jahren aus, wenn du dies nicht tust?

In jedem Augenblick haben wir die Chance, Gewohnheiten zu ändern und unserem Leben damit eine andere Richtung zu geben. Dafür müssen wir nicht bis zum kommenden Neujahr oder „den richtigen Moment” warten. Ein „vielleicht” oder „später” muss durch „sofort” und „definitiv” ersetzt werden.

Weißt du, was noch geschieht, wenn sich Lebensumstände radikal ändern: der Blickwinkel verändert sich und damit haben wir die Chance, Denkweisen neu zu bewerten.

Sicher hast du eine Meinung zu Rohköstlern oder Vegetariern. Du bewunderst sie, schüttelst den Kopf oder stehst ihnen neutral gegenüber. In etwa das Gleiche passiert in deinem Kopf, wenn eine Frau mit Burka an dir vorbeiläuft oder wenn ein Straßenmusiker in der S-Bahn spielt.

Total egal, ob du diese Assoziationen im Kopf Vorurteile, Stereotypen oder Klischees nennst; sie sind in aller Regel nicht fair. Wir bewerten Dinge und Menschen viel zu oft anhand weniger Details, weil wir es einfach nicht besser wissen.

Für mich sind weder militanter Rohköstler noch 7 Tage die Woche Fleisch essen gute Optionen. Zwischen diesen beiden Extremen liegt jedoch ein unglaublich großes Spektrum an Möglichkeiten, das wir nur sehen können, wenn wir unsere starren Denkmuster regelmäßig wieder hinterfragen.

 

 

Ausblick und offene Fragen

Mein größter Gewinn dieses Experimentes ist das Hinterfragen von Gewohnheiten. Schon nach ein paar Tagen habe ich einige Muster bei mir entdeckt, die mir nicht völlig bewusst waren. Meine große Hoffnung ist es, auch dich zum Hinterfragen und zu kleinen Veränderungen zu motivieren.

Was ich mir selbst auch in Zukunft beibehalten möchte, sind der Verzicht auf Nikotin und Koffein, das Ersetzen einer Mahlzeit am Tag durch einen frischen Saft sowie die starke Einschränkung von Fleisch, Milchprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln. Außerdem werde ich auch weiterhin meine Ernährung tracken, um einer möglichst ausgewogenen Ernährung nahezukommen.

Im Laufe dieses Monats habe ich mir eine ganze Menge Fragen gestellt. Klare Antworten habe ich für mich noch nicht gefunden, aber wie so oft sind gute Fragen ja viel mehr wert als deren Beantwortung.

Warum essen wir eigentlich 3 Mal am Tag? Warum nicht einmal? Oder 8 Mal?

Warum trinken wir als einzige Lebewesen auch nach dem Babyalter noch Milch? Und warum von anderen Spezies?

Warum essen viele von uns so viele verarbeitete Lebensmittel, Junk Food und Fleisch, obwohl wir ganz genau wissen, dass es unser Leben verkürzt?

Woher weiß ich, wann mein Körper wirklich etwas braucht und wann es nur ein Verlangen ist, dass durch Gewohnheiten oder gutes Marketing hervorgerufen wird?

Warum müssen alle Lebensmittel immer jederzeit verfügbar sein? Warum nicht regional und saisonal essen?

Ist es nicht ein Widerspruch, wenn ich als Frutarier keinem Lebewesen schaden will, gleichzeitig aber Früchte esse, die um die halbe Welt gereist sind?

Wie haben es Lebensmittel- und Pharmabranche geschafft, uns abhängig von angeblich schnellen Heilmitteln zu machen, anstatt die Ursachen von Krankheiten zu bekämpfen?

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